Editorial

Der deutsche Olympische Sportbund und die Bundesregierung haben Ende Januar eine Kooperationserklärung mit dem palästinensischen Fußballbund geschlossen. Für letzteren unterschrieb Jibril Rajoub, der gleichzeitig dem Fußballbund, einer Art Sportministerium und dem palästinensischen Olympischen Komitee vorsteht. Den kennen manche vielleicht noch, weil er vor zwei Jahren Israel aus der FIFA ausschließen lassen wollte.

Er bezeichnet sportlichen Wettkampf mit dem »zionistischen Feind« als Verbrechen und Turniere und Vereine tragen unter seiner Ägide gern die Namen von terroristischen Attentätern. Ach ja und er saß auch schon 15 Jahre wegen eines Anschlags auf einen israelischen Armeebus im Gefängnis. Ein guter Vertragspartner also für den Fairnessweltmeister Deutschland. Aber hier geht es ja um Sport, bekanntlich hat das mit Politik nichts zu tun. Genauso wie Ende Februar bei der Schach-WM im Iran, bei der alle Frauen ihren Sport mit Kopftuch ausüben mussten. Zusätzlich durften auch keine Trainer mit Spielerinnen alleine in einem Raum sein. Der Weltschachverband FIDE hat im Vorfeld Kritik abgekanzelt, man müsse sich eben den örtlichen Gepflogenheiten anpassen. Mehrere Schach-Stars sahen das nicht ein und sagten ab. Die deutsche Teilnehmerin Elisabeth Pähtz hatte schon vor der WM die Kritik nicht verstanden und den Medien berichtet, sie übe schon das Kopftuch richtig zu wickeln. Die iranische Großmeisterin Dorsa Derakhshani wurde aus ihrem Verband ausgeschlossen, weil die 18-jährige sich weigerte ein Kopftuch zu tragen. Ihr jüngerer Bruder wurde ebenfalls aus dem Nationalteam ausgeschlossen, weil er bei einem Turnier im Januar gegen einen israelischen Spieler gespielt hatte. Vielleicht könnte Deutschland den iranischen Schachverband mit einem Kooperationsprojekt belohnen?

Last but not least: Deniz’e özgürlük!

There's a crack in everything, that's how the light gets in

Phase 2